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Skizzenblick (4) : Tiny Houses

Seit etwas über zwei Jahren verfolge ich die Tiny House Bewegung, die inzwischen Deutschland erreicht hat. Auch wenn man hierzulande viele baurechtliche Hürden zu meistern hat und das Finden eines geeigneten Abstellplatzes schwierig ist, interessieren sich immer mehr Menschen für diese Art zu wohnen. Darunter auch Minimalisten, Umweltbewusste, Reisefreudige und Leute, die sich in ihren zu großen Häusern entweder einsam oder überfordert fühlen.

 

Für mich ist es spannend zu sehen, wie individuell diese Häuschen gebaut werden können und wie sie sich den Bedürfnissen ihrer Besitzer optimal anpassen. Viele Tiny House-Besitzer planen und bauen ihr Haus selbst. Da Stauraum wertvoll ist, ergeben sich meist kreative Lösungen, wie dieser im Zuge der Inneneinrichtung gewonnen werden kann. Da wird der Platz unter der Treppe zu Küchenschränken, unter dem Sofa werden Schubladen installiert oder der Flachbildschirm im Loft lässt sich komplett in den Boden versenken. Wenn man zwei linke Hände hat, kann man sich Tiny Houses auch nach eigenen Wünschen bauen lassen. Zudem sind Fertighaus-Hersteller auf den Trend aufgesprungen und bieten so genannte "Mini-Häuser" an. Eines davon habe ich auf der Landesgartenschau 2018 in Würzburg besichtigen können, nämlich das Modulhaus "Flyingspace" von Schwörer. Mit 30-50 Quadratmetern sind diese Wohnblöcke immer noch deutlich größer, als die klassischen Tiny Houses auf Rädern, aber nichtsdestoweniger faszinierend. Da Baugrund teuer ist und viele Menschen sich nach Flexibilität sehnen, trifft das transportable "Flyingspace" sicherlich den Nerv der Zeit.

 

In den letzten Jahren habe ich dank des Youtube-Kanals "Living Big in a Tiny House" viele Tiny Houses bewundert. Spontan malte ich also letzte Woche ein paar Aquarellskizzen fiktiver Außenansichten. Ich weiß noch nicht genau, wohin mich das führen wird, jedenfalls möchte ich mich noch eine Weile damit beschäftigen und so setze ich gerade diese Skizzen in Procreate um.