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Malexkursion - Ricinus communis

Nach zwei Jahren ohne Präsenzkurse war ich endlich einmal wieder auf Malexkursion im Botanischen Garten. Ich habe ein wenig Zeit gebraucht bis ich mich für ein Motiv entscheiden konnte, denn es war überwältigend, wie zahlreich dort die Pflanzen gerade blühen. An jeder Ecke gab es etwas Interessantes zu entdecken. Nachdem es am Tag zuvor geregnet hatte, waren wir alle froh, dass das Wetter mitspielte und wir im Freien sitzen konnten. Insbesondere, weil dort an diesem Tag ziemlich viel los war. Es gab Aktivitäten für Kinder, Clowns und Kinderschminken. Außerdem war eine Jazzkapelle zugange, die sich langsam durch den Garten spielte. Das war letztendlich eine echt schöne Zugabe, bei der es einem in den Füßen juckte, mitzutanzen.   

 

Am Ende entschied ich mich für eine Pflanze im Schmuckhof, deren Namen ich nicht kannte, die ich aber aufgrund ihrer roten Färbung und den stacheligen "Bällchen" einfach interessant fand. Zu diesem Zeitpunkt dachte ich dann noch, dass ich an diesem Platz wahrscheinlich sowieso nicht länger als 1-2 Stunden sitzen werde. Schließlich gab es noch so viele andere Motive, die ich gerne malen würde. Von daher entschied ich mich erst einmal dagegen, Sonnencreme zu verwenden. Auch deshalb, weil ich es vermeiden wollte, dass fettige Creme an das gute Aquarellpapier kommt. 

 

Die nächsten Stunden (!) saß ich dort ziemlich konzentriert bei Vorzeichnung und erster Farbschicht. Da der Wind konstant blies, wackelte mein Motiv ständig hin und her. Im Übrigen merkte ich somit auch nicht, wie lange ich schon in der prallen Sonne saß, da mir eigentlich nicht warm war. Immer wieder kamen Gartenbesucher vorbei. Eine ältere Dame meinte, dass sie selbst Karikaturen zeichnet. Ein älterer Herr erwähnte, dass ihm vor Kurzem  das Skizzenbuch geklaut wurde. Ein Mann fragte auf englisch, ob er ein Foto machen dürfe, auf dem ich sitzend mit dem Rücken zur Kamera zu sehen sei. Naja, seltsam, aber meinetwegen. So war ich relativ vertieft, bis die Malexkursion gegen 16 Uhr mit einer kleinen Besprechung aller Werke endete.

 

Für mich war dieser Tag aus verschiedenen Gründen unglaublich wichtig und ich bin unfassbar froh, dass ich mich zu dieser Malexkursion angemeldet habe. Wieder zu Hause musste ich erst einmal meinen Sonnenbrand versorgen und Blätter meiner Aloe dafür opfern. Leute, benutzt Sonnenschutz! Dann habe ich nachgeschaut, welche Pflanze ich da überhaupt im Fokus hatte: eine rötliche Sorte von Ricinus communis (Giftpflanze des Jahres 2018). Echt hübsch!

 

 

Park im Mai, koloriert im Juni: Das Fotodilemma

Ich weiß nicht woran es liegt. Das Abzeichnen von Fotos fällt mir bekanntermaßen leicht. Das Kolorieren hingegen hält immer noch die ein oder andere Stolperfalle bereit. Ich habe irgendwo einmal gelesen, dass Fotos oft eher gleichmäßig ausgeleuchtet sind, sodass man alle Details gut erkennen kann. Daher gibt es möglicherweise weniger Kontraste, die man beim Malen für sich nutzen kann. Gerade Fotos von Szenen draußen bereiten mir aus diesen Gründen Schwierigkeiten.

 

Ein Künstler aus den USA, dessen Tipps ich mir beim Aquarellmalen hin und wieder zu Herzen nehme, hatte einmal ein Video zum Thema gefilmt. Er bearbeitete darin seine Fotos am PC, erhöhte den Kontrast und druckte sich das Foto außerdem in Graustufen aus. Total hilfreich, wie ich mir dachte! Angewendet habe ich es bei dieser Szene allerdings nicht. Typisch!

 

Wir waren im Mai im Park spazieren. Es regnete zeitweise, aber es war trotzdem ein schöner Ausflug. Die Zeichnung habe ich dann auch kurze Zeit später fertig gestellt. Nur an die Aquarellfarbe traute ich mich aus irgendeinem Grund nicht heran. Ein erster Schritt waren kleine "Schnipsel-Versuche". Dabei habe ich Elemente aus der Zeichnung übernommen und nach Lust und Laune eingefärbt. Die Farben entsprechen dabei nicht der Realität, besonders den Himmel wollte ich etwas dramatisch dunkler gestalten, damit auch der hinein ragende Ast ein bisschen mehr hervorsticht. 

 

Was soll ich sagen? Es war eine Herausforderung, die ich aber letztendlich angenommen und überwunden habe. Die Skizzenbuchseite durfte skizzenhaft bleiben. Denn am Ende ist es eine Erinnerung. Und wie wir vielleicht alle wissen, sind Erinnerungen nie gestochen scharf. Sie verändern sich in Farbe und Kontur. Manchmal verblassen sie und manchmal holen wir sie so oft zurück in die Gegenwart, dass sie nicht mehr das sind, was sie eigentlich einmal waren.


Realitätscheck (5): Schreckgespenst Bilderrahmung?

Das wird jetzt einmal eine ganz neue Erfahrung. Denn bisher beschränkte sich mein Wissen um Rahmung und Bilderaufhängung auf das absolute Minimum. Ein beliebiger Rahmen (ohne Passepartout), Washi-Tape (wenn überhaupt), Bleistift, Nagel und Hammer waren die Mittel der Wahl. Hauptsache unkompliziert, denn eigentlich wollte ich ja mehr Zeit am Maltisch verbringen, als mir Gedanken um die spätere Präsentation zu machen. Warum also der plötzliche Sinneswandel? Hat doch alles gut funktioniert?

 

Letztendlich war ich nie ganz zufrieden, wie meine Bilder in der Wohnung aufgehängt waren. Entweder passte der Rahmen nicht zur Einrichtung oder das Bild nicht so richtig in den Rahmen. Das führte im Allgemeinen dazu, dass ich selten Bilder austauschte. Es macht einfach nicht so viel Spaß, wenn man jedes Mal ein "Passepartout" aus Papier selbst zu schneiden versucht oder verzweifelt, weil der billige Rahmen keine richtige Aufhängung an der Rückseite hat. Irgendwann ist wohl jedes Maß voll, auch wenn es Jahre dauert. Ein Konzept musste her!

 

Akribisch wie ich bin, wenn ich von einer Sache noch keine Ahnung habe und unbedingt wissen will, wie ich diese angehen kann, suchte ich mir zunächst Informationen im allwissenden Netz. Dass das Aufhängen von Kunst zu einer Wissenschaft gemacht wird, klingt irgendwie paradox. Hat jemand von euch schon einmal von Museumshängung gehört? Ich nicht. Neu war mir auch, dass es "Regeln" gibt, wie breit eine Bildergruppe über einem bestimmten Möbelstück sein "muss" und was es bei der Petersburger Hängung zu beachten gibt. 

 

Mein Plan ist folgender: damit ich in der Wohnung regelmäßig Kunstwerke austauschen kann, habe ich ein Auge auf hochwertige Wechselrahmen geworfen. Da wir wenig Wandfläche zur Verfügung haben, werde ich zum Teil in losen Dreiergruppen hängen. Hilfreich zum Wählen der Formate fand ich Modelle im Maßstab 1:100, die ich auf dem Schreibtisch gruppieren konnte. Aus großformatigem Skizzenpapier schnitt ich mir alle Formate zu, damit ich sie im Originalmaß an der Wand befestigen konnte. 

 

Aktueller Stand: Rahmen und Passepartouts sind auf der Wunschliste.

Nächste Schritte: Auswahl eines geeigneten säurefreien Klebebands und eines säurefreien Fotokartons. Bestellung der Materialien. Zuspachteln aller aktuell in der Wohnung vorhandenen durch Nägel verursachten Löcher. Überlegungen, wie die neuen Rahmen aufgehängt werden.



Weitere Einblicke in mein kreatives Schaffen findest du auf Instagram (@farboretum):

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