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Park im Mai, koloriert im Juni: Das Fotodilemma

Ich weiß nicht woran es liegt. Das Abzeichnen von Fotos fällt mir bekanntermaßen leicht. Das Kolorieren hingegen hält immer noch die ein oder andere Stolperfalle bereit. Ich habe irgendwo einmal gelesen, dass Fotos oft eher gleichmäßig ausgeleuchtet sind, sodass man alle Details gut erkennen kann. Daher gibt es möglicherweise weniger Kontraste, die man beim Malen für sich nutzen kann. Gerade Fotos von Szenen draußen bereiten mir aus diesen Gründen Schwierigkeiten.

 

Ein Künstler aus den USA, dessen Tipps ich mir beim Aquarellmalen hin und wieder zu Herzen nehme, hatte einmal ein Video zum Thema gefilmt. Er bearbeitete darin seine Fotos am PC, erhöhte den Kontrast und druckte sich das Foto außerdem in Graustufen aus. Total hilfreich, wie ich mir dachte! Angewendet habe ich es bei dieser Szene allerdings nicht. Typisch!

 

Wir waren im Mai im Park spazieren. Es regnete zeitweise, aber es war trotzdem ein schöner Ausflug. Die Zeichnung habe ich dann auch kurze Zeit später fertig gestellt. Nur an die Aquarellfarbe traute ich mich aus irgendeinem Grund nicht heran. Ein erster Schritt waren kleine "Schnipsel-Versuche". Dabei habe ich Elemente aus der Zeichnung übernommen und nach Lust und Laune eingefärbt. Die Farben entsprechen dabei nicht der Realität, besonders den Himmel wollte ich etwas dramatisch dunkler gestalten, damit auch der hinein ragende Ast ein bisschen mehr hervorsticht. 

 

Was soll ich sagen? Es war eine Herausforderung, die ich aber letztendlich angenommen und überwunden habe. Die Skizzenbuchseite durfte skizzenhaft bleiben. Denn am Ende ist es eine Erinnerung. Und wie wir vielleicht alle wissen, sind Erinnerungen nie gestochen scharf. Sie verändern sich in Farbe und Kontur. Manchmal verblassen sie und manchmal holen wir sie so oft zurück in die Gegenwart, dass sie nicht mehr das sind, was sie eigentlich einmal waren.


Realitätscheck (5): Schreckgespenst Bilderrahmung?

Das wird jetzt einmal eine ganz neue Erfahrung. Denn bisher beschränkte sich mein Wissen um Rahmung und Bilderaufhängung auf das absolute Minimum. Ein beliebiger Rahmen (ohne Passepartout), Washi-Tape (wenn überhaupt), Bleistift, Nagel und Hammer waren die Mittel der Wahl. Hauptsache unkompliziert, denn eigentlich wollte ich ja mehr Zeit am Maltisch verbringen, als mir Gedanken um die spätere Präsentation zu machen. Warum also der plötzliche Sinneswandel? Hat doch alles gut funktioniert?

 

Letztendlich war ich nie ganz zufrieden, wie meine Bilder in der Wohnung aufgehängt waren. Entweder passte der Rahmen nicht zur Einrichtung oder das Bild nicht so richtig in den Rahmen. Das führte im Allgemeinen dazu, dass ich selten Bilder austauschte. Es macht einfach nicht so viel Spaß, wenn man jedes Mal ein "Passepartout" aus Papier selbst zu schneiden versucht oder verzweifelt, weil der billige Rahmen keine richtige Aufhängung an der Rückseite hat. Irgendwann ist wohl jedes Maß voll, auch wenn es Jahre dauert. Ein Konzept musste her!

 

Akribisch wie ich bin, wenn ich von einer Sache noch keine Ahnung habe und unbedingt wissen will, wie ich diese angehen kann, suchte ich mir zunächst Informationen im allwissenden Netz. Dass das Aufhängen von Kunst zu einer Wissenschaft gemacht wird, klingt irgendwie paradox. Hat jemand von euch schon einmal von Museumshängung gehört? Ich nicht. Neu war mir auch, dass es "Regeln" gibt, wie breit eine Bildergruppe über einem bestimmten Möbelstück sein "muss" und was es bei der Petersburger Hängung zu beachten gibt. 

 

Mein Plan ist folgender: damit ich in der Wohnung regelmäßig Kunstwerke austauschen kann, habe ich ein Auge auf hochwertige Wechselrahmen geworfen. Da wir wenig Wandfläche zur Verfügung haben, werde ich zum Teil in losen Dreiergruppen hängen. Hilfreich zum Wählen der Formate fand ich Modelle im Maßstab 1:100, die ich auf dem Schreibtisch gruppieren konnte. Aus großformatigem Skizzenpapier schnitt ich mir alle Formate zu, damit ich sie im Originalmaß an der Wand befestigen konnte. 

 

Aktueller Stand: Rahmen und Passepartouts sind auf der Wunschliste.

Nächste Schritte: Auswahl eines geeigneten säurefreien Klebebands und eines säurefreien Fotokartons. Bestellung der Materialien. Zuspachteln aller aktuell in der Wohnung vorhandenen durch Nägel verursachten Löcher. Überlegungen, wie die neuen Rahmen aufgehängt werden.


Schlosspark im Vorfrühling

Im Schlosspark hingen bis vor ein paar Wochen noch wunderschöne Knallerbsen. Herrlich war auch der langsam dahin plätschernde Bach bei der Pan-Figur. Das Sonnenlicht schien im Hintergrund durch die kreuz und quer stehenden Bäume, sodass vereinzelt das Moos in einem frischen Grün aufleuchtete.

 

Von beiden Szenen habe ich ein Foto gemacht. Als kleine nebeneinander stehende Aquarellstudien machen sie sich gut auf der Seite im Skizzenbuch. Eigentlich will ich ja ein bisschen davon weg, immer alles von Fotos abzumalen. Aber irgendwie bietet das eben auch den Vorteil, dass ich die Studie mal kurz liegen lassen kann, ohne dass sich die Lichtverhältnisse ändern. Außerdem kann ich mich dann besser auf die Farbgebung konzentrieren und das Motiv an sich lässt sich für mich schneller skizzieren.

 

Der Plan ist, dass ich mich in den nächsten Monaten in den Park setze, um vor Ort zu malen. Schöne Motive findet man dort immer. Einen kleinen Hocker habe ich auch, falls mal wieder alle Bänke besetzt sind.  Der Sommer kann kommen! :)


Weitere Einblicke in mein kreatives Schaffen findest du auf Instagram (@farboretum):

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