
Ein farbiger Klecks mit herablaufender Farbe in meinem Skizzenbuch hat sich in ein üppiges Potpourri an seltsamer Nachtschatten-Flora verwandelt:
- Im Mondlicht blüht die Gemeine Lachsblume und versucht, mit ihrem Duft Brummende Fischrüssler anzulocken.
- Verdrehte Röhrenmadlinge öffnen ihre Kelche, um unvorsichtige Insekten und Kleintiere zu fangen. Diese Pilzart gibt es in den unterschiedlichsten Farben und Ausformungen, was sie zu einem hervorragenden Studienobjekt der Mykologie macht.
- Die seltene Rosafarbene Wedelpflanze ist eine empfindliche Mimosenart. Kleinste Unregelmäßigkeiten der Umgebungstemperatur, Feuchtigkeit und mechanisch einwirkender Reize lassen sie zusammenzucken, wobei sie die feinen Wedel in ihren Pflanzenkörper zurück zieht.
- Der Lilafrabige Traubenlapperich bildet an der Unterseite seiner fleischigen Lippenblätter bläschenartige Trauben aus. Diese Früchte kann man essen, muss man aber nicht. Es sei denn, man möchte an kurzzeitigem Empathieverlust leiden.
Wie so oft in letzter Zeit, habe ich für diese kleine feine Studie eine reduzierte Palette verwendet. Neben Permanent Karmin (353) kam auch Preußischblau (492) und Lichter Ocker (655) zum Einsatz. Da gerade das Preußischblau etwas dumpfer ist, ergibt sich meiner Meinung nach eine schöne nächtliche mondhelle Stimmung.
