
Auch wenn man es dieser Skizzenbuchseite nicht ansieht, ist sie eigentlich infolgedessen entstanden, dass ich mich über etwas geärgert habe. In so einem Zustand fehlen mir Ideen und mein Gehirn kommt nicht zur Ruhe. Ich habe schon öfters gehört, dass Meditation helfen soll. Einige Zeit habe ich das tatsächlich ausprobiert, aber irgendwie konnte ich es auf Dauer nicht etablieren. Der Effekt war einfach nicht so durchschlagend, wie das spontane Aquarellieren in einem Skizzenbuch. Also habe ich mich im ersten Schritt kurzerhand auf drei Farben festgelegt:
- Kobaltblau hell (487)
- Magenta (352)
- Kadmiumgelb hell (224)
Dass wieder einmal korallenähnliche Gebilde entstanden sind, halte ich inzwischen nicht mehr für einen Zufall. Irgendwie haben sie mich gefunden und ich werde ihnen nicht überdrüssig. :-)
Normalerweise klebe ich die Skizzenbuchseite ab, damit ich am Ende schöne Kanten bekomme. Diesmal hatte ich dazu einfach keine Lust. Die Farben habe ich also in der ersten Schicht einfach großflächig mit ein paar Klecksen am Rand auf das Blatt verteilt. Der Rest ergab sich spielend leicht, am Ende war der Ärger verraucht und ich gedanklich abgetaucht. Die Blubberblasen habe ich ganz am Ende mit weißem Gelstift und weißer Gouache hinzu gefügt.
Merke also: Egal wie chaotisch und ungerecht die Welt auch sein mag, manche Dinge lassen sich nicht ändern und es ist eigentlich unsinnig, Energie darauf zu verschwenden. Sich zu ärgern ist zunächst ein gutes Signal. Es zeigt uns, dass ein wichtiger Wert verletzt wurde. Aber wenn wirklich jede Möglichkeit fehlt, die Situation in eine andere Richtung zu lenken, dann darf man das Thema mental beiseite schieben. Genauso, wie die Blubberblasen der Korallen in meinem Skizzenbuch irgendwann zerplatzen und sich in Luft auflösen.
